Offene Immobilienfonds

Immobilien sind eine gute Kapitalanlage. Die Preise für Wohneigentum und Häuser steigen beständig und befeuern so die Nachfrage nach den OIF. Deren einfache Strategie ist es, in Zinshäuser, Büroanlagen und Einkaufscenter zu investieren, die über Mieten und steigende Marktwerte Erträge bringen. OIF bieten hervorragende Möglichkeiten, auch kleinere Geldbeträge in Immobilien anzulegen und dabei breit zu streuen. Der Ankauf verschiedener Gebäude in verschiedenen Regionen mindert das Investitionsrisiko. Hier sind Anteile bereits ab 25 Euro verfügbar – kein Vergleich zum geschlossenen Fond, denn ein komplettes Gebäude ist ungleich teurer.
Ergo investierten die Anleger in den ersten vier Monaten dieses Jahres etwa 1,7 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum nahmen Aktienfonds nur 4,4 Millionen ein.

Die historische Entiwcklung der OIF

 

Offene Immobilienfonds (OIF) sind Investmentfonds, die es den Anlegern am Immobilienmarkt gestatten, auch kleine Immobilienbeteiligungen zu generieren. Die ersten Fonds kamen im Jahr 1938 in der Schweiz heraus, erst 1959 sollte der erste deutsche Fond durch zwei bayerische Banken aufgelegt werden. Am Ende der 1960er Jahre hatten die Fonds in Deutschland einen gesicherten rechtlichen Rahmen erhalten und die Popularität dieser Immobilienfonds nahm zu. Einer Fondkrise im Jahr 2004 zum Trotz hatten sich 2006 hierzulande 31 OIF etabliert, bis dato galten die Fonds als Gewinngaranten. Weil die Finanzkrise von 2008 negative Einflüsse auf den Immobilienmarkt hatte, kamen auch die offenen Fonds in Turbulenzen. Es kam zur Einführung neuer Regeln, die ab dem 22. Juli 2013 erneut modifiziert werden. Betroffen sind diesmal Neuanleger.

 

Modifizierter Anlegerschutz

Weil hauptsächlich institutionelle Anleger in der Finanzkrise 2008 schnell viel Kapital abgezogen hatten, mussten die Fondsreserven angetastet werden. Die OIF bekamen Probleme. Einige Fonds mussten geschlossen werden, andere befinden sich in Abwicklung. Daher wurde zum Jahresbeginn mit einem verbesserten Anlegerschutzgesetz reagiert, welches die Anleger zu lediglich 24 Monaten Haltefrist verpflichtet. Dann können sie ihre Anteile unter Einhaltung einer 12-monatigen unwiderruflichen Kündigungsfrist zurückgeben. 30 000-Euro-Anteile kann jeder Anleger pro Kalenderjahr retournieren, unabhängig von den genannten Fristen.

Weitere Änderungen

Als Umsetzung von EU-Recht entfällt für Neuanleger der Freibetrag von 30 000 Euro. Anteile können nur noch einmal jährlich zurückgegeben werden.
Das macht die OIF ein wenig weniger flexibel, ohne die Vorteile anderen Sparformen gegenüber negativ zu tangieren.

Dass Anleger in OIF etwas weniger schnell an ihr Geld kommen, betrifft nach der neuen Gesetzeslage nur Neueinsteiger. Traditionelle Anleger können weiterhin ohne Einschränkungen 30 000 Euro jährlich zurückgeben.
Die Schieflage einiger Fonds sollte Anleger dazu veranlassen, den Immobilienbestand, den Vermietungsstand sowie die Liquiditätsquote zu prüfen, bevor sie Teile ihres Kapitals in OIF anlegen.

 

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