Archiv für April 2014

Bundesregierung will Maklercourtage neu regeln

Die im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vorgesehene Neuregelung der Maklercourtage nach dem sogenannten „Bestellerprinzip“ soll laut Bundesjustizministerium bereits 2015 in Kraft treten. Der Gesetzentwurf sieht demnach vor, dass die fällige Courtage für einen Wohnungsmakler durch die Partei zu zahlen ist, die den Makler beauftragt. Bislang mussten die Kosten für den Makler in der Regel durch den Wohnungssuchende bezahlt werden. Der Referentenentwurf befindet sich momentan in der Ressortabstimmung und soll im Rahmen der Beschlussfassung über die Mietpreisbremse bis zum Ende des Jahres verabschiedet werden.

Vermieter sollen Maklercourtage übernehmen

 
Die Bundesregierung will mit dieser Maßnahme die Kosten für die Wohnungssuche reduzieren. Sie reagiert somit auf die Wohnungsknappheit in deutschen Metropolen und Großstädten. Die angestrebte Regelung erlegt die Zahlung der Courtage dem Besteller auf, also zumeist dem Vermieter, der die Vermarktung einer freien Wohnung in Auftrag gibt. Ein Mieter wird auch weiter den Makler zahlen müssen, wenn er ihn selbständig mit der Suche einer Wohnung beauftragt. Da steigende Mietpreise und Energiekosten die Lage auf dem Wohnungsmarkt für Familien und Geringverdiener bereits erheblich erschweren, soll so neben der Mietpreisbremse auch bei den einmaligen Kosten im Rahmen eines Arbeitsplatz- bzw. eines Wohnungswechsels eine Entlastung erfolgen. Durch die vorgesehene Regulierung der Mieterhöhungen will der Gesetzgeber darüber hinaus sicherstellen, dass der Vermieter die Kosten für den Makler nicht einfach auf die Miete umlegt.

Maklercourtage besonders in Ballungsräumen ein Problem

 
Die Einführung des Bestellerpinzips war bereits vor der Bundestagswahl Inhalt einer Bundesratsinitiative, die durch das Bundesland Hamburg angeregt wurde. Mit der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs durch das Haus von Bundesjustizminister Heiko Maas wird das Prinzip nun nach Verabschiedung durch das Kabinett vom Bundestag beschlossen. Die Zustimmung der Bundesländer scheint ebenfalls sicher zu sein. Während der Gesetzentwurf vom Mieterbund ausdrücklich begrüßt wurde, kritisierten Maklerverbände den aus ihrer Sicht „unnötigen Eingriff in die Vertragsfreiheit“. Die Makler befürchten zunächst ein Ausbleiben von Aufträgen, da die Vermieter ihre Wohnungen verstärkt selbst vermarkten könnten.