Archiv für November 2011

Wie kommt man vom ermittelten Immobilienwert zum Angebotspreis?

Sie sind Eigentümer einer Immobilie und möchten gerne Ihre Wohnung oder Ihr Haus verkaufen? Dann sollten Sie sich zunächst einmal Zeit nehmen und den Immobilienverkauf systematisch vorbereiten.

Zur Ermittlung des Immobilienwertes sollten Sie zunächst die für Ihre Region üblichen Immobilienpreise vergleichen und dabei die Lagefaktoren sowie die charakteristischen Merkmale Ihrer Immobilie berücksichtigten, bevor Sie als nächstes den Angebotspreis festlegen können.

Der Angebotspreis ist deshalb von großer Bedeutung, weil sich potentielle Kaufinteressenten erst gar nicht melden, wenn der Preis deutlich zu hoch angesetzt ist. Außerdem besteht dann die Gefahr, dass sich die Immobilie zum „Ladenhüter“ entwickelt. Dann können nach einigen Monaten häufig auch realistische Preisvorstellungen nicht mehr durchgesetzt werden, weil sich der Verkäufer durch Preissenkungen und die lange Angebotszeit selbst in eine schlechte Verhandlungsposition gebracht hat.

Natürlich ist es auch nicht gut, den Angebotspreis zu niedrig festzusetzen, weil Sie dann schlichtweg Geld verschenken. Einen guten Richtwert für den Angebotspreis erhalten Sie, wenn Sie den vermutlich zu erzielenden Verkaufspreis (Verkehrswert) um den erforderlichen Verhandlungsspielraum von ca. 5 bis 10 Prozent erhöhen. Dies ist sinnvoll, weil ein potentieller Käufer einen Verhandlungserfolg erzielen möchte und Sie daher schon bei der Festlegung des Angebotspreises den Verhandlungsspielraum berücksichtigen müssen.

Bei der genauen Festlegung des Angebotspreises sollten Sie zudem Preisschwellen berücksichtigen. So ist es z.B. zielführender, eine Immobilie für 298.000 Euro als für 302.000 Euro anzubieten. Zum einen hört sich der Preis für einen Kaufinteressenten so günstiger an und zum anderen setzen sich Käufer häufig Preisgrenzen. Teilweise werden diese Preisgrenzen auch schon als Suchkriterium in den Online-Immobilienportalen voreingestellt. Liegt ein Angebot über der definierten Preisgrenze (z.B. 2.000 Euro über der Grenze von 300.000 Euro), würde der Interessent vom Portal erst gar nicht über das neue Angebot informiert werden.